Hensel macht’s in letzter Sekunde

Zum Auftakt der 2. Liga unterlag der SC Paderborn Erzgebirge Aue nach einem mäßigen Spiel in letzter Sekunde mit 0:1. In einem umkämpften Match überzeugten die “Veilchen” vor allem durch großen Einsatz, während sich die Paderborner ein leichtes Chancenplus erarbeiteten – am Ende aber mit leeren Händen da standen.

Paderborns Coach Andre Schubert brachte nach der 0:2-Niederlage gegen den FSV Frankfurt im DFB-Pokalspiel drei Neue: Strohdiek, Guié-Mien und Mosquera erhielten den Vorzug vor Wachsmuth (Knie), Palionis und Daghfous. Der Kolumbianer Mosquera kam damit zu seinem Startelfdebüt beim SCP. Aues Trainer Rico Schmitt hingegen beließ es bei der gleichen Startelf, die in der Vorwoche im Pokal mit 1:3 gegen Borussia Mönchengladbach verloren hatte. Lachheb sowie die Ex-Rostocker Schlitte und Schröder feierten dadurch ihr Zweitligadebüt für Aue.

 

Die Paderborner waren von Beginn an darum bemüht, das Spiel an sich zu reißen. Doch Erzgebirge Aue hielt stark dagegen und trumpfte vor allem mit exzellentem Forechecking auf. Die Sachsen machten die Räume sehr eng und störten den ballführenden Gegenspieler sehr früh. Dies führte zu einer hohen Fehlpassquote der Gastgeber, die lange Zeit überhaupt nicht in Aues Strafraum eindringen konnten. Auf der anderen Seite gelang den kämpferisch überzeugenden “Veilchen” offensiv auch nicht viel. Bis auf zwei Distanzschüsse durch Curri (4., 18.) sprang nichts für den Aufsteiger heraus. Folglich entwickelte sich eine intensive, aber chancenarme Begegnung.

Es war eine laufintensive Angelegenheit, wobei beiden Mannschaften die Präzision abhandenkam. Der SCP probierte es oft über die linke Seite, rannte sich aber fast immer fest. Meist klärten die Gäste fair. Nicht so in der 22. Minute, als Le Beau Wemmer zu Fall brachte. Beim folgenden Freistoß von der linken Grundlinie verschätzte sich Aues Schlussmann Männel, doch Brandy köpfte anschließend aus guter Position knapp über das Tor. Etwas später scheiterte Mosquera, nachdem es einmal schnell gegangen war, aus 18 Metern an Männel (30.).

Aue forcierte das eigene Flügelspiel, brachte die Flanken dann aber nicht zum eigenen Mann, so dass Paderborns Keeper Masuch weitestgehend beschäftigungslos blieb. Sein Gegenüber Männel bekam hingegen mehr zu tun – und der 22-Jährige strahlte dabei wenig Souveränität aus. Vor allem bei hohen Bällen irrte Männel im eigenen Sechzehner umher. So auch nach 36 Minuten, als er eine Ecke unterlief und Mohr deshalb per Kopf zu Mosquera ablegen konnte. Der Kolumbianer scheiterte dann jedoch aus acht Metern am vor der Linie stehenden Curri.

Kurz vor dem Pausenpfiff konnten auch die Gäste die erste gefährliche Aktion für sich verbuchen, doch Hensels Drehschuss aus 16 Metern rauschte knapp über das Tor (44.), so dass es letztlich torlos in die Kabinen ging.

Ohne personelle Änderungen ging es nach dem Seitenwechsel weiter, dafür gleich mit zwei guten Möglichkeiten für die Hausherren. Doch Strohdiecks Kopfball segelte knapp links vorbei (47.), ehe Mosquera die bis dato beste Chance liegen ließ. Der Kolumbianer zielte aus sechs Metern Zentimeter neben den linken Pfosten (50.). Die Ostwestfalen investierten nun mehr, doch Aue lauerte auf Fehler und setzte immer wieder Nadelstiche. Ein Tor war aber auch den “Veilchen” nicht vergönnt, weil Hensel aus der zweiten Reihe zu weit nach links zielte (55.), während Schlitte rechts vorbei schoss (61.).

Schubert reagierte und brachte mit Daghfous, der für Brandy kam, einen frischen Angreifer. Am Geschehen auf dem Rasen änderte dies zunächst jedoch nichts. Erst in der 75. Minute wurde es wieder so richtig gefährlich: Schlitte flankte von rechts an den zweiten Pfosten, der kurz zuvor eingewechselte Kempe legte per Kopf in die Mitte ab. Masuch war mit der Hand dran, doch das Leder landete bei Hochscheidt, der das Leder aber aus zwei Metern über das leere Tor jagte. Kurz darauf musste Hochscheidt verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Der Bruder des Paderborners Jens Wemmer, Jörn, kam ins Spiel.

In der Schlussphase drängten beide Teams auf die Entscheidung, agierten dabei aber zu langsam und ohne zündende Ideen. Alles sah nach einer Punkteteilung aus, doch dann schlug Hensel zu. Nach einer Ecke von links landete der Ball bei Le Beau, der vom rechten Strafraumeck abzog. Hensel stand goldrichtig und bugsierte das Leder aus kurzer Distanz in die Maschen zum Sieg (90.+2). (Quelle: kicker.de)

 

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