6:2! Löwen schießen sich den Frust von der Seele

Der TSV 1860 München hat sich tief in der sportlichen Krise mit einem deutlichen 6:2-Sieg gegen den FC Erzgebirge Aue zurückgemeldet. Drei Tore nach Standardsituationen in der ersten Hälfte läuteten den Heimsieg der Löwen ein. Die Gäste aus Aue hatten Pech, dass Ex-Löwe Hertner kurz vor der Pause fälschlicherweise vom Platz flog, nachdem Schiedsrichter Thorben Siewer ein Handspiel erkannt haben wollte. Im zweiten Durchgang ließen Mölders, Aycicek und Adlung keine Zweifel, täuschten durch ihre Tore aber auch über eine deutlich passive Phase der Münchner hinweg. Aues Trainer Pavel Dotchev nahm keine Veränderungen vor und vertraute der gleichen Elf, die zuletzt 1:3 gegen Union Berlin verloren hat.

Die erste dicke Möglichkeit der Partie hatten in der Anfangsphase die Gäste aus Aue: Einen flachen Eckball nahm Samson direkt und setzte ihn an den rechten Außenpfosten (7.). Mit dem Wachmacher wagte sich München nun etwas mutiger nach vorne und provozierte vor allem über die Außenbahnen Gefahr. Während Mölders auf Zuspiel von Olic noch einen Schritt zu spät kam (13.), holte Aycicek kurz darauf einen Freistoß aus sehenswerter Position heraus, den er auch gleich selbst ins Eck zur Führung der Löwen zirkelte (16.). Wenige Minuten später zog der dynamische Olic wieder über die Außenbahn nach innen und wurde von Rizzuto im Aue-Strafraum gefoult. Den berechtigten Strafstoß versenkte Liendl ohne Probleme (23.).

Die Löwen hatten nun Selbstvertrauen getankt und übernahmen die Spielkontrolle, die Veilchen wirkten ratlos, kamen durch Köpke wie aus dem Nichts zurück in die Partie. Kvesic flankte vor das Tor, 1860-Schlussmann Zimmermann sprang unter dem Ball hindurch und machte es dem 21-jährigen Stürmer damit leicht, den Ball einfach ins Tor zu schieben (29.). Unmittelbar im Gegenzug vergab Lacazette per Kopfball die große Chance, den alten Abstand wieder herzustellen (30.), auf der anderen Seite landete ein Kopfball von Breitkreuz zum zweiten Mal am Pfosten (37.).

Wenige Minuten vor dem Pausenpfiff unterlief Schiedsrichter Thorben Siewer ein folgenschwerer Fehler: Hertner klärte einen Olic-Schuss aus spitzem Winkel mit dem Kopf vor der Linie, der Unparteiische entschied aber auf Handspiel, zeigte dem heftig protestierenden FCE-Verteidiger die Rote Karte und entschied zum zweiten Mal auf Strafstoß. Den verwandelte Liendl sicher zum 3:1-Pausenstand (43.).

Mit einem Mann mehr auf dem Feld ließ der TSV nach der Pause keine Zweifel aufkommen und erhöhte durch Mölders wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff auf 4:1 (49.). 1860 wähnte sich nun in Sicherheit, wurde aber prompt durch Soukou bestraft, der aus rund 17 Metern auf 2:4 verkürzte (55.). Kurz danach musste Stojkovic sogar per Kopf im letzten Moment einen Köpfe-Volleyschuss entschärfen (58.).

Die Gastgeber verfielen ab der 60. Minute in eine seltsame Passivität. Womöglich spielten auch die schwindenden Kräfte nach der 120-Minuten-Pokalpartie unter der Woche gegen Würzburg eine Rolle. Aue drängte nun aber mit allen Kräften nach vorne, erspielte sich zahlreiche Eckbälle und schnürte die Gastgeber tief in die eigene Hälfte ein, doch eine zwingende Chance sprang nicht heraus. So brach Aycicek vor dem Ende der regulären Spielzeit den Offensivsturm der Gäste mit einem perfekt ausgespielten Konter: Liendl eroberte den Ball, schickte Olic über die linke Seite, der nur auf den einschussbereiten Aycicek ablegen musste (72.). Danach passierte auf beiden Seiten nicht mehr viel. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Adlung mit seinem Treffer zum 6:2-Endstand (90.).

Die Löwen treten am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) beim SV Sandhausen an, Aue empfängt am Freitag (18.30 Uhr) den 1. FC Nürnberg. (Quelle: kicker.de)

Allianz-Arena

Vorschau auf 1860 München vs Erz. Aue

Mit einer kleinen Serie könnten sich beide Vereine zwar auch schnell ins Tabellenmittelfeld orientieren, doch aktuell müssen der TSV 1860 München und Erzgebirge Aue vor ihrem Duell zum Auftakt des elften Spieltages der 2. Bundesliga den Blick klar nach