Aue gleicht trotz Unterzahl zweimal aus

Im Nachholspiel des 28. Spieltages schaffte der FC Erzgebirge Aue am Dienstag Abend gegen Wehen Wiesbaden trotz Unterzahl, Sven Müller sah in der 44. Minute die Rote Karte, ein 2:2. Trotz der zwei liegen gelassenen Punkte sind die Aufstiegschancen der Auer weiterhin intakt. Bei einem Sieg am Freitag gegen Eintracht Braunschweig können die Veilchen bereits einen Spieltag vor Schluss den Aufstieg feiern.
Beide Mannschaften begannen couragiert, die Gäste versuchten aus einer gefestigten Abwehr nach vorn Giftpfeile zu verschicken. Torchancen ergaben sich aber nicht. Die Veilchen konnten sich mit zunehmender Spielzeit ein spielerisches Übergewicht erarbeiten. Die erste Chance im Spiel hatte der an der Strafraumgrenze frei stehende Jan Hochscheidt mit einem Hinterhaltschuss, der aber das Ziel verfehlte. Danach bissen sich die Auer Stürmer an der kompromisslosen Abwehr die Zähne aus. Gegen Ende der ersten Halbzeit überschlugen sich dann die Ereignisse. Zuerst verlor in der 43. Minute Tomas Kos an der Grundlinie einen Zweikampf und als der Ball dann schnell zu Dominik Stroh-Engel gelangte, hatte dieser wenig Mühe, das Leder aus Nahdistanz im Tor unterzubringen. Im Gegenzug wurde Sven Müller beim Eindringen in den Strafraum am Trikot festgehalten. Da der Schiedsrichter Karl Valentin das Foul nicht ahndete, schubste der gefrustete Müller Gästespieler Thorsten Barg, der theatralisch umfiel. Als Konsequenz stellte Valentin den Auer Müller vom Platz.
Mit viel Wut im Bauch kamen die Lila-Weißen aus der Kabine. Aue stellte hinten auf Dreierkette um: Thomas Birk blieb in der Kabine und Trainer Rico Schmitt brachte Nico Klotz. Trotz Unterzahl bauten die Auer Dauerdruck auf und hätten um ein Haar in der 54. Minute durch Eric Agyemang ausgleichen können. Doch sein Schuss landete am Pfosten. Aber nur vier Minute später war es so weit: Klotz staubte aus Nahdistanz einen abgewehrten Ball ab und traf aus vier Metern zum umjubelten Ausgleich. Einen weiteren Schuss setzte in der 64. Minute Pierre le Beau an den linken Pfosten. Da hatten die Auer zweimal viel Pech. Die Gäste, die nun beim Kontern viel Platz hatten, konnten nach einer Ecke durch Thorsten Barg per Kopf genau ins Dreiangel erneut in Führung gehen. Die Erzgebirger gaben mit dem sensationellen Publikum im Rücken noch einmal alles. Als Dribbelkünstler Skerdilaid Curri in der 79. Minute im Strafraum von den Beinen geholt, blieb den Schiedsrichter nichts anderes übrig, auf den ominösen Punkt zu zeigen. Agyemang hämmerte das Leder zum 2:2 in die Maschen. Danach rollte eine Angriffswelle nach der anderen auf das Wiesbadener Tor. Viele Chancen boten sich den bis an die Leistungsgrenze gehenden Auern. Ein weiteres Tor wollte einfach nicht fallen. Und bei Tempogegenstößen der Wiesbadener musste man immer wieder auf der Hut sein. Auch den Gästen boten sich Chancen, um alle drei Punkte aus dem Erzgebirgsstadion zu entführen.
 
“Mit dieser Einstellung werden die Auer den Aufstieg schaffen. Hut ab vor dem Publikum, welches die Mannschaft hervorragend unterstützte. Sie haben den Aufstieg verdient“, befand der Gästetrainer Gino Lettieri. Aues Trainer Rico Schmitt meinte: „Wer hätte vor einem Vierteljahr noch gedacht, dass wir zwei Spieltage vor Schluss Tabellenführer sind. Wir werden alles daran setzten, um die Sensation perfekt zu machen“. (Quelle: fc-erzgebirge.de)

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