Lex bedankt sich nach Rankovics Fehler

Aue verliert Miatke, Ingolstadt verliert Hübner und das Spiel plätschert vor sich hin. So ging die Geschichte dieser Paarung bis zur 65. Minute. Dann aber nutzten die Oberbayern eine Nachlässigkeit der Sachsen eiskalt aus, dominierten in der Folge und legten noch das 2:0 und 3:0 nach. Während der FC Erzgebirge mit der Niederlage weiter im Keller hängen bleibt, beendeten die Schanzer die jüngste Negativserie.

Aues Trainer Tomislav Stipic musste im Vergleich zum torlosen Remis beim FC St. Pauli zwangsläufig auf zwei Positionen Änderungen vornehmen: Novikovas (Leistenprobleme) und Fandrich (Bänderriss im rechten Sprunggelenk) fielen aus, dafür starteten Miatke und Benatelli.

FCI-Coach Ralph Hasenhüttl reagierte auf das 1:1 gegen 1860 München, dem dritten Spiel in Folge ohne Dreier, mit drei Wechseln: Kapitän Matip, Groß und Leckie rückten auf die Bank. Dafür begannen Morales, Bauer und Hinterseer. Der Österreicher hatte sich darüber hinaus zu möglichen Schwächen seiner Schützlinge geäußert und dem Verspielen der Tabellenführung: “Das interessiert uns einen Dreck, dass hier versucht wird, von außen Druck auszuüben.”

Interessiert haben dürfte Hasenhüttl aber die Gangart seiner Mannen im Erzgebirge, die nur in den ersten paar Minuten einer vor allem zweikampfbetonten Anfangsphase etwas Druck nach vorne machten. Ansonsten drängten die Hausherren die Schanzer etwas zurück. Mehr als Annäherungen sprangen aber nicht heraus. So plätscherte die Partie mit vielen Unterbrechungen (Einwürfe, Ecken, Foulspiele) ereignisarm dahin.

Erst in Minute 23 wurde es kurz heikel, als Hinterseer im Fünfmeterraum beinahe einen Morales-Kopfball verwerten konnte (23.). Nur zwei Minuten später traf es die Hausherren hart: Miatke verletzte sich bei einer Ballannahme ohne Fremdeinwirkung, musste vom Feld getragen werden (25.) – es kam Könnecke (26.). Der Außenverteidiger wurde lange am Spielfeldrand behandelt und dann ins Krankenhaus gebracht. In der Folge wirkten die Sachsen von diesem neuerlichen personellen Rückschlag etwas geschockt, sodass die Audistädter die Spielkontrolle an sich rissen und rund 60 Prozent aller Zweikämpfe für sich entschieden. Spektakuläre Paraden von Männel oder tolle FCI-Abschlüsse waren aber nicht angesagt. Es blieb beim 0:0.

Apropos Verletzung: Glimpflich kam Erzgebirge-Stürmer Mugosa davon, als er sich nach einem unglücklichen Volltreffer am Kopf von Torhüter Özcan nur kurz behandeln lassen musste (30.).

Kurzum: Es konnte im zweiten Durchlaug nur besser werden. Das wurde es aber zunächst nicht – lediglich Mugosa prüfte Torhüter Özcan mit einem Schuss aus der Drehung (52.). Aus dem Nichts und per Geschenk sollte dennoch ein Tor fallen: Rankovic klärte per Kopf direkt vor die Füße von Lex, der aus der Drehung humorlos abschloss – Männel konnte nichts mehr ausrichten (65.). Das 1:0 beflügelte den FCI, der beinahe das 2:0 folgen ließ. Dieses Mal parierte der FCE-Torhüter jedoch glänzend vor dem stark von Joker Groß freigespielten Lex (67.).

Bitter: Ingolstadts Hübner verletzte sich selbst nach einer Grätsche gegen Diring (59.). Während der Verteidiger vom Feld humpelte, kam der etatmäßige Kapitän Matip (62.).

Die Veilchen schickten sich zwar an, Druck nach vorne zu entfachen. Doch Ideen, zum Beispiel Mugosa in Szene zu setzen, fehlten gänzlich. So warteten die Oberbayern geduldig auf die Chance zur Vorentscheidung, die prompt genutzt wurde: Joker Groß fand mit einer Freistoßflanke Morales, der das Leder genau in die linke untere Ecke nickte – 2:0 (77.). Randnotiz: Es war die 13. Torvorlage für Groß in dieser Saison. Das 3:0 sollte Hartmann erzielen, der das Leder aber zunächst an den linken Pfosten knallte (80.). In der Nachspielzeit verwandelte der Stürmer aber sicher einen von Groß gegen Fink, der ferner die 5. Gelbe Karte sah, herausgeholten Elfmeter ins linke untere Eck (90.+3).

Es blieb beim 3:0 für den Tabellenführer, der seine Stellung mit dem ersten Dreier nach zuvor drei sieglosen Spielen wieder untermauerte. Aue gastiert am Sonntag (13.30 Uhr) beim VfR Aalen. Zur selben Zeit empfängt Ingolstadt den Karlsruher SC. (Quelle: kicker.de)

Erzgebirgsstadion

Noch nie ein Heimsieg zwischen Aue und Ingolstadt

In den neun Zweitligaduellen zwischen dem FC Erzgebirge Aue und dem FC Ingolstadt gab es keinen einzigen Heimsieg - sechs Partien endeten remis, in den anderen drei Partien gewann jeweils die Auswärtsmannschaft. Reißt die Serie (Freitag, ab 18: