Umgebogen! Kreilach kontert Vucur

Der 1. FC Union Berlin hat durch einen 2:1-Auswärtserfolg im Keller- und Ostduell beim FC Erzgebirge Aue den Abwärtstrend gestoppt. Der eingewechselte Kreilach sorgte dafür, dass die Köpenicker nach drei sieglosen Spielen wieder einmal die Maximalpunktzahl einstrichen und die Situation bei den Veilchen immer prekärer wird. Aues Trainer Tomislav Stipic wartete im Vergleich zum 0:1 in Karlsruhe mit drei Startelf-Änderungen auf: Kapitän Klingbeil kehrte für Schulz in die Viererkette zurück. Könnecke und Okoronkwo stürmten statt Löning und Anier. Im Gegensatz zu Löning, für den zumindest ein Bankplatz übrigblieb, fehlten der Verteidiger und der im Wildpark ebenfalls früh ausgewechselte Este im Kader. Union-Coach Norbert Düwel hatte nach der derben 1:4-Klatsche gegen den TSV 1860 München personelle Umbaumaßnahmen angekündigt. Konsequentermaßen beorderte er zwei “Neue” in die Anfangsformation: Puncec verteidigte anstelle des gegen die Sechzger schwachen Schönheim zentral. Jopek rutschte für Kreilach ins Team. Trimmel übernahm vom Kroaten die Kapitänsbinde.

Das Keller- und Ostduell im Erzgebirge begann mit rund fünfminütiger Verspätung. Aus dem Gästeblock schossen zahlreiche Raketen in den Auer Abendhimmel. Nachdem den Berliner Feuerwerkern die “Munition” ausgegangen war und sich der dichte Rauch verzogen hatte, wurde es sportlich – und vom Anpfiff weg unterhaltsam. Beide Teams zeigten sich couragiert und zielgerichtet in der Vorwärtsbewegung. Unsortierte Abwehrreihen ermöglichten den Offensivabteilungen über nahezu die komplette erste Hälfte Chancen im Minutentakt.

Lediglich der zunächst mangelnden Präzision hüben wie drüben war es geschuldet, dass eine dieser Torannäherungen das Etikett “Hochkaräter” verdiente: Okoronkwo kam in abseitsverdächtiger Position an den Ball, lief ein paar Meter und zog beherzt ab. Der Schuss des FCE-Angreifers erschütterte das linke Lattenkreuz. Das Mittelfeld war auch in der Folge eine Zone, welche die Kontrahenten im Eiltempo überbrückten. Und die Berliner, die hoch verteidigten und nach Balleroberung immer wieder blitzschnell nach vorne umschalteten, mischten dabei munter mit.In der 12. Minute war es Jopek, der in aussichtsreicher Position zum Abschluss kam, mit seinem zu schwachen und unplatzierten Schuss Veilchen-Schlussmann Männel aber kein Kopfzerbrechen bereitete. Gefährlicher wurde es für die Sachsen kurz darauf, als Polter sprintstark Puncec stehen ließ und der anschließende Flachschuss knapp rechts am Kasten vorbeisauste (13.).

War gerade noch Union an der Reihe, folgte wenige Augenblicke später die Auer Antwort. Es ging hin und her im Lößnitztal, einer Halbchance folgte die nächste. Und nach einer knappen halben Stunde stand sogar wieder einmal eine qualitativ hochwertige Möglichkeit auf dem Programm: Der agile Novikovas “klaute” Thiel das Leder und hielt von der Strafraumgrenze entschlossen drauf. Gästekeeper Haas entschärfte den saftigen Linkschuss sehenswert, lenkte die Kugel über die Latte (26.). In einer weiterhin intensiven, temporeichen Auseinandersetzung auf überschaubarem spielerischen Niveau blieb das Bild bis zur Pause unverändert. Erst rannte die eine Mannschaft an, dann die andere. Die letzte gute Chance vor der Halbzeit hatte Jopek, der – erneut ungedeckt und aus aussichtsreicher Position – das Leder rechts am Kasten vorbeibeförderte (45. +1).

Der zweite Durchgang begann weniger unterhaltsam. Ungenauigkeiten und Unzulänglichkeiten beherrschten hüben wie drüben die Szenerie und verhinderten Torgefahr bereits im Ansatz. Fast schon Slapstick war es, dass Kortzorg Schröder eine vielversprechende Schusschance wegnahm, indem er seinem Mitspieler mit einem unnötigen Trick assistieren wollte (50.).

Nach einer knappen Stunde durften die Heimfans nach einem Freistoß dennoch jubeln: Kortzorg adressierte den Ball nun mit Effet punktgenau auf Vucur. Der aufgerückte Innenverteidiger setzte seine 193 Zentimeter Körpergröße ideal ein und platzierte das Spielgerät unhaltbar für Haas mit dem Kopf im linken Eck (56.) Union bemühte sich um eine Antwort und drängte die Veilchen nun zusehends in die Defensive. In der 69. Minute bot sich den Eisernen die Riesen-Möglichkeit zum Ausgleich: Thiel verlängerte einen Flankenball mit dem Kopf zu Quiring, der am zweiten Pfosten im Eins-gegen-eins am reaktionsschnellen Männel scheiterte.

Die Droh- und Druckkulisse für die Hausherren wurde immer größer. Die Berliner drängten mit immer mehr Wucht nach vorne. Ab der 71. Minute bereicherte Kreilach – für Köhler eingewechselt – das Düwel-Team im Vorwärtsgang. Sechs Minuten später sollte der Union-Joker das erste Mal stechen: Polter verlängerte das Leder im Anschluss an einen Standard kopfballstark zum etatmäßigen Kapitän, der es aus kurzer Distanz über die Linie spitzelte – 1:1! Aue wollte nicht in die Punkteteilung einwilligen: Kortzorg prüfte Haas mit einem tückischen Distanzschuss (81.). Das letzte Wort im Erzgebirge hatte jedoch Union: Von Vucur abgefälscht prallte der Ball erneut zu Kreilach, der kurzentschlossen mit einem platzierten Rechtsschuss vollstreckte (86.) und den Hauptstädtern mit seinem Doppelpack drei enorm wichtige Punkte sicherte.

Der FC Erzgebirge Aue ist am kommenden Samstag ab 13 Uhr auf dem Betzenberg gegen die dort ansässigen “Roten Teufel” gefordert. Der 1. FC Union Berlin hat tags darauf ab 13.30 Uhr den FSV Frankfurt in der Alten Försterei zu Gast. (Quelle: kicker.de)

Erzgebirgsstadion

Aue und Union wollen endlich wieder einen Dreier

Im letzten Duell im April 2014 gelang dem FC Erzgebirge Aue erstmals seit über zehn Jahren wieder ein Sieg gegen den 1. FC Union Berlin - mit 3:2 zu Hause.

  • Zu Hause haben die Veilchen in der 2. Bundesliga gegen Union ni