Gerade fünf Minuten sind gespielt, als sich Aues Winterzugang Stefan Mugosa in der Mitte das Leder erkämpft, Richtung Löwen- Strafraum zieht, seine Gegenspieler stehen lässt und perfekt getimt auf Romario Kortzorg passt, der den Münchnern das „Ei” des Tages ins Nest legt. Die drei Punkte sind für beide das schönste Ostergeschenk. Doch nicht erst seit diesem 5. April weiß der 23-jährige Montenegriner, dass seine Entscheidung für den FC Erzgebirge richtig war. „Ich wurde vom ersten Moment an super in Mannschaft und Verein aufgenommen.

Es gab gute Gespräche mit dem Präsidenten und den Trainern und endlich die Chance, in der 2. Liga zu spielen”, freut sich Stefan, der in allen acht Partien von Beginn an ran durfte und in Düsseldorf den ersten Treffer erzielte. „Wer die Tore schießt, ist nicht so wichtig, entscheidend sind die Punkte zum Klassenerhalt. Seit Ostern bin ich mehr denn je überzeugt, dass wir ihn schaffen”, übersetzt Teamkollege Stipe Vucur seine Gedanken aus dem Serbokroatischen. „Stefan gibt nicht nur unserem Spiel Impulse, er ist auch ein prima Typ und strengt sich sehr an, schnell Deutsch zu lernen”, lobt der Mannschaftskamerad.

Daheim in Podgorica ist Stefan mit dem Ball aufgewachsen, erst als Straßenkicker, dann vom sechsten Lebensjahr an in Vereinen der Hauptstadt Montenegros. Von Zabjelo ging es mit zehn Lenzen zum Spitzenklub Buducnost, mit dem Mogosa 2012 die Meisterschaft und 2013 den Pokal gewann. Im Jahr darauf heuerte er beim Lokalrivalen FK Mladost an, wurde mit 15 Treffern Torschützenkönig im kleinen Balkanland. In den letzten sieben Spielen für die U-21-Auswahl seiner Heimat traf er fünfmal; spätestens das gefiel den Scouts des 1. FC Kaiserslautern, die ihn im Sommer 2014 in die Pfalz holten. Damit ihm dort der Durchbruch gelingt, will Stefan nun seine Zeit in Aue optimal nutzen. Voll begeistert ist er von den Fans im Erzgebirge. „Sie haben verdient, dass wir in der Liga bleiben”, sagt er und will morgen gegen Sandhausen sein’ Teil dazu betragen. Vielleicht legt er den Gästen diesmal die Eier ja selbst ins Nest. Schließlich fällt in Montenegro das orthodoxe Osterfest erst aufs aktuelle Wochenende. Gern dürfen Stefan & Co. morgen wieder für Osterüberraschungen sorgen.

Text: Olaf Seifert
Quelle: fc-erzgebirge.de