Porträt Romario Kortzorg

Wo liegt Suriname? Vielleicht kennt nicht jeder Veilchen-Fan das kleine Land zwischen Atlantik und Brasilien. Doch Aue und der FC Erzgebirge sind dort sehr wohl bekannt. Dank Romario Kortzorg, der zwar am 25. August 1989 im holländischen Rotterdam geboren wurde, dessen Wurzeln aber in Südamerika liegen. Seine Eltern stammen aus der einstigen niederländischen Kolonie und in der Hauptstadt Paramaribo leben sehr viele Familienmitglieder. Klar, alle sind Romario-Fans! Via Internet verfolgen sie seine Spiele in der 2. Bundesliga. Vater Ramon Kort zorg klebt fleißig Fotoalben und das FCE-Trikot mit Nummer 7 hat er auch schon in die alte Heimat geschickt. Als der Auer Neuzugang gegen St. Pauli sein erstes Tor für Lila-Weiß erzielt hatte, wollte das Klingeln seines Handys nicht enden. Alles Ferngespräche.

Papa Ramon kickte einst als Profi für Volendam, nannte seinen Jungen vor 25 Jahren nach dem berühmten Romario, der beim PSV Eindhoven eine Weltkarriere startete. Dem großen Vorbild eiferte Kortzorg Junior schon mit sechs Lenzen nach, als er bei Sparta das Fußball- ABC erlernte. Weiter ging es in der Jugend von Feyenoord und Excelsior in Rotterdam sowie beim RKC Waalwijk. Es folgten Erfahrungen in der Eerste Divisie, Hollands 2. Liga – in Ridderkerk, Apeldoorn und Dordrecht, wo ihn 2013 Scouts des bulgarischen Spitzenvereins Botew Plowdiw sahen. Eigentlich hatten sie einen anderen im Visier, doch Romario Kortzorg überzeugte und nutzte 2013/14 seine Chance. Mit Plowdiw bestritt er unter anderem sieben Spiele in der Europa League-Qualifikation plus im Uefa Cup. (Übrigens, in einer Suriname-Auswahl bekam er auch schon zwei Einsätze und erzielte ein Tor.)

Im Sommer lagen Kortzorg drei Angebote vor, er entschied sich für Aue. Vielleicht das Sprungbrett in die Bundesliga? „Schön wär’s, wer träumt nicht davon? Aber heute zählt für mich nur Aue, der Kampf um den Klassenerhalt”, erwidert der offensive Mittelfeldmann, der von sich sagt, selbst nach Siegen nie ganz zufrieden mit der eigenen Leistung zu sein. Von den FCE-Fans ist Romario begeistert, auch wenn der Erzgebirgsdialekt ihn beim Deutsch lernen oft grübeln lässt. Die Gegend und ihre Menschen aber gefallen ihm und seiner marokkanischen Freundin Ichrak, mit der er sich in Lößnitz wohlfühlt. Beide freuen sich auf Schnee, denn im Winter wollen sie es mal auf Snowboards probieren. (Quelle: fc-erzgebirge.de; OS)