Auf dem Bayernlandle

Dank seiner guten Torausbeute im zweiten Durchgang durfte Klassenprimus SpVgg Selbitz einen Arbeitssieg gegen Aufsteiger SV Pettstadt verbuchen, nachdem man im ersten Durchgang trotz gefühlten 75 Prozent Ballbesitz nie richtig in die Gänge gekommen ist und vor dem Tor zu fahrlässig – ja fast schon ein bisschen pomadig – agiert und den absolut tief stehenden Gegner regelrecht aufgebaut hatte.

 

Rotation ist derzeit beim Tabellenführer SpVgg Selbitz angesagt. Nachdem Trainer Michael Voigt seine Stammformation bereits am vergangenen Sonntag bei der unglücklichen 0:1-Niederlage in Frammersbach auf zwei Positionen geändert hatte, krempelte er die Startelf gegen Aufsteiger Pettstadt gleich auf 4 Positionen um. Vor allem Fabian Gabler und Tolgahan Öz sollten eine verdiente Verschnaufpause in den langen englischen Augustwochen bekommen. Und Trainerfuchs Michael Voigt sollte recht behalten, auch wenn der gewohnte Spielfluss ein gutes Stück darunter litt. Am Ende stand ein verdienter 3:1-Sieg. Das war der sechste Dreier im siebten Spiel, der weiterhin die Tabellenspitze vor den bärenstarken Kickers aus Würzburg bedeutet.

Die Hausherren schnürten die verspätet angereisten Gäste sofort in deren Hälfte ein. Doch Schmidt, Rietsch, Bächer, Geupel & Co. fehlte im ersten Durchgang die letzte Präzision beim finalen Pass. Im Aufbauspiel war man zu sehr auf Ballsicherheit bedacht. Die Überraschungsmomente fehlten. Oder man nahm sich allein vorm Tor gegenseitig das Leder vom Fuß – so praktiziert von Bächer und Geupel Mitte der ersten Halbzeit. Nachdem Julian Rietsch den ersten Warnschuss aus 22 Metern abgegeben hatte wurde Andi Geupel im Strafraum von Eichhorn plump von den Beinen geholt. Schiri Geuß entschied sofort auf Strafstoß, den Hohberger zu unplatziert ausführte. Torwart Haupt hatte den Braten gerochen und parierte. Doch Selbitz setzte nach. Nach einem Freistoß von Schmidt vom rechten Flügel war Hohberger mit der Fußspitze zur Stelle. Torwart Haupt brachte zwar noch die Finger ans Leder, lenkte jedoch die Kugel genau in den Lauf von Bächer, der aus 8 Metern keine Mühe hatte und das 1:0 besorgte. Völlig überraschend gelang den Gästen nur drei Minuten später durch einen abgefälschten Schuss von Pankratz der glückliche Ausgleich. Das Leder senkte sich über Prell unhaltbar ins lange Eck. Dann in der 34. Minute beinahe ein Kopfballeigentor durch Gästeverteidiger Pülz, der eine Geupel-Flanke bereinigen wollte. Im Anschluss verfehlte Bächer noch zwei Mal per Kopfball und Lupfer knapp das Gästetor. Doch richtig zwingend war das alles nicht. Vielleicht lag es auch daran, dass Pettstadt absolut passiv agierte und die Räume geschickt eng machte. Nur drei Mal sollten sie in den ersten 45 Minuten Gefahr herauf beschwören.

Auch im zweiten Durchgang dauerte es lange, bis das Spiel der Heimelf Fahrt aufnahm. Mit der Hereinnahme von Tolgahan Öz kam frischer Wind. Doch es dauerte bis zur 61. Minute bis zur ersten nennenswerten Chance, als Gedik nach Vorarbeit von Schmidt den rechten Torwinkel per Drehschuss nur knapp verfehlte. Die nächste Chance brachte die Führung für die Hausherren. Keilwerth gewann das entscheidende Kopfballduell im Mittelfeld. Dieser Ball wurde zur Steilvorlage für Bächer. Unwiderstehlich spurtete er allen davon, schwenkte am rechten 16er nochmal kurz nach innen und vollstreckte per Flachschuss zwischen zwei Verteidigern hindurch in die kurze Ecke. Ein typisches Bächer Tor, sein sechster Saisontreffer. Pettstadt ging nun zusehends die Luft aus, während die Heimelf ihre wenigen Möglichkeiten eiskalt ausnutzte. Nachdem Torwart Haupt einen raffinierten Freistoßschlenzer von Keilwerth aus 25 Metern noch zur Ecke lenken konnte, und Bächer nach langer Flanke von Rietsch per Kopfball an Gästekeeper gescheitert war, gab es acht Minuten vor dem Ende einen weiteren Freistoß für die Hausherren. Knapp 30 Meter mögen es gewesen sein. Eigentlich viel zu weit für einen Direktversuch. Nicht aber für Fabian Gabler, der das Spielgerät wie an der Schnur gezogen in die rechte Ecke donnerte. Ein Traumtor, das ein wenig über das mäßige Spiel der Blau-Weißen hinweg tröstete. Doch Michael Voigt war’s egal: „Ich muss meinen Leistungsträgern vor den vielen bevorstehen Pokal- und Ligaspielen Verschnaufpausen gönnen. Da kann nicht immer alles nach Wunsch laufen.“ Während bei den Gästen Routinier Pankratz zu gefallen wusste, ist bei Selbitz Doppeltorschütze Markus Bächer hervorzuheben, während Julian Rietsch die beste Passquote zu verzeichnen hatte. geu (Quelle: spvgg-selbitz.de)

Grüne Au Selbitz