Kapllani und Epstein narren die Auer Defensive

Das Mittelfeld-Duell zwischen dem FSV Frankfurt und Erzgebirge Aue bugsierte die Hessen letztlich mit einem ungefährdeten 3:1 wieder näher an die obere Tabellenregion. Kapllani wurde zum Torschützen des Tages, während Epstein zum Vorlagengeber mutierte. Aues Trainer Falko Götz erlebte mit seinen Mannen einen absolut gebrauchten Tag – trotz einer weit besseren zweiten Hälfte.

Benno Möhlmann nahm beim Spielberichtsbogen nach dem 0:0 in Düsseldorf einmal den “Radierer” zur Hand und brachte so Kauko für Roshi. Bis auf Heubach (Aufbautraining) hatte Frankfurts Trainer zudem alle Mann zur Verfügung. Anders die Lage in Aue: Unter anderem fehlten hier die Akteure Pezzoni (angebrochene Zehe) und Schlitte (Oberschenkelverletzung). Coach Falko Götz konnte dennoch auf das altbekannte Prinzip “Never Change a Winning Team 3:0-Erfolg gegen Karlsruhe setzen. 

Im Frankfurter Volksbank-Stadion gingen beide Teams mit derselben Ausgangslage in die Partie: Der Sieger würde ans obere Tabellendrittel herankommen, der Verlierer müsste sich dagegen näher am Abstiegsstrudel wähnen. FSV-Coach Möhlmann erkannte in seinem Kader diesbezüglich schon “vom Kopf her gute Voraussetzungen”. Das Spiel selbst begann schließlich auch per Kopf und exzellent für die Hausherren: Oumari stieg nach einer Ecke von Epstein unbedrängt nach oben und nickte das Spielgerät perfekt zwischen Pfosten und Gegner Fabian Müller hinein ins Netz (5.). Kurz zuvor hatte allerdings auch Aues Kocer die Führung mit seinem Distanzschuss aus eher spitzem Winkel auf dem Fuß (2.).

Die Begegnung fuhr also schon früh mit Höhepunkten auf. Was nach dem 1:0 folgte, sollte jedoch FCE-Coach Götz nicht mehr aus dem Kopfschütteln bringen. Sein Team nämlich fand überhaupt nicht mehr in die Spur – und zwar bis zum Halbzeitpfiff. Abermals ging es in dieser Phase über die rechte Seite. Leckie und Görlitz versuchten sich dann mal im Zusammenspiel. Letzterer erkannte in der Mitte Kapllani, spielte diesen perfekt an. Für den Stürmer war der erfolgreiche Torabschluss zum 2:0 letztlich nur Formsache (15.). Und Treffer Nummer drei stand auch noch im ersten Durchgang in den Startlöchern: Nach einer kurzen Zwischenpause, die sich vor allem Frankfurt nahm, drängte Eckstein seinen Gegenspieler gekonnt ab und zog aufs Tor. Im Strafraum legte er schließlich präzise für den freistehenden Kapllani ab. Der grätschte in den Ball und beförderte diesen eiskalt über die Torlinie (30.). Für den Stürmer bedeutete dies seine Saisontreffer vier und fünf.

Das 3:0 deutete nüchtern auf eine eiskalte Chancenverwertung hin, doch die Hessen hätten den Steuermann der Anzeigentafel noch etwas mehr fordern können. Leckie, Epstein und wieder Leckie hatten ebenfalls Hochkaräter auf dem Fußballschuh liegen (4., 16. und 28.). Etwas Glück benötigte der Gastgeber dann doch noch einmal, als Fink zum 1:3 einnickte, der Schiedsrichter aber ein Offensivfoul pfiff (42.). Der zweite Durchgang konnte erwartungsgemäß nicht an den Auftakt der Partie anknüpfen. Zu stark setzten die Hessen erst einmal darauf, einen schnellen Gegentreffer zu vermeiden. Der FCE erarbeitete sich so immerhin mehr Feldanteile und agierte insgesamt griffiger, was auch als Folge der Halbzeitansprache von Trainer Götz gelten dürfte. Der zur Pause gebrachte Joker Janjic bekam so eine erste gute Kopfballgelegenheit (56.). Fink legte mit einem Distanzschuss nach (58.). Auch wenn die Hessen in dieser Phase vielleicht etwas zu wenig an der Begegnung teilnahmen und den Gästen mehr Räume anboten, so konnte sich die Gebirgsstädter bis auf wenige Ansätze keine ganz klare Torchance erarbeiten. Eine der besseren Gelegenheiten verzeichnete Fink, als er einen Benatelli-Freistoß wuchtig köpfte, Torwart Klandt diesen aber unbeeindruckt und fest festhalten konnte (71.). Benatelli wurde in dieser Phase effektiver – und das sollte sich wenigstens schon einmal für den Ehrentreffer auszeichnen: Der Mittelfeldregisseur der Auer legte ab für König, der eilte die Strafraumkante entlang und schloss eiskalt halbhoch ins lange Eck ab (74.).

Letztlich sollte das 3:1 aber über die Runden gebracht werden. Aue drückte zwar stets auf den weiteren Anschluss, doch die Frankfurter Defensive stand auch ohne Konterentlastungen zu sicher. Der Dreier befördert den FSV näher an die obere Tabellenregion heran, während der FC Erzgebirge sich näher im Abstiegskampf wähnen muss.

Nach der anstehenden Länderspielpause gastiert Frankfurt am Freitag (18. Oktober, 18.30 Uhr) in Paderborn. Aue empfängt einen Tag später (13 Uhr) den VfL Bochum. (Quelle: kicker.de)

Frankfurter Volksbank Stadion

Aue mit Rückenwind zum FSV

Der FSV Frankfurt hat nur eins der letzten sieben Spiele verloren (1:2 beim FC St. Pauli). Derweil feierte Erzgebirge Aue zuletzt nach drei Niederlagen in Folge beim 3:0 gegen den Karlsruher SC den höchsten Saisonsieg.