NINERS fegen Erzrivale Jena aus der “Hartmann-Hölle”

Einen besseren Jahresabschluss hätten sich die Spieler, Trainer, Verantwortlichen und Fans der BV Chemnitz 99 wahrlich nicht wünschen können. Im Ostderby gegen den alten Erzrivalen Science City Jena feierten die NINERS am Donnerstagabend einen schier sensationellen 79:58-Triumph. Vor der neuen Saisonrekordkulisse von 2.237 Zuschauern ließen die BV-Korbjäger den zuvor punktgleichen Gästen aus Thüringen nicht einmal den Hauch einer Chance, holten sich obendrein völlig ungefährdet den direkten Vergleich und durften demzufolge nach Spielende noch minutenlang im tosenden Beifall der euphorisierten Zuschauer baden. Überragender Akteur des Abends war Takumi Ishizaki mit 29 Punkten. “Aber um einen starken Gegner wie Jena derart zu dominieren, bedurfte es einer hervorragenden Leistung aller Spieler. Es war wirklich großartig wie leidenschaftlich und hochkonzentriert wir vor allem in der Verteidigung agiert haben. Ein schlichtweg grandioser Jahresabschluss”, strahlte BV-Coach Felix Schreier bis über beide Ohren.

 

Wenige Stunden zuvor prophezeite der 22-Jährige noch einen sehr engen Spielverlauf, an dessen Ende es einfach nur darauf ankäme, mindestens einen Punkt mehr als Jena zu haben. Aber Schreier wusste auch da schon, “dass man sich jetzt zehn Tage besonders akribisch auf die Saalestädter vorbereitet hatte und alle BV-Akteure heiß wie Frittenfett waren.” Und als hätte es noch einen finalen Startschuss gebraucht, machte NINERS-Kapitän Gary Johnson gleich im ersten Angriff des Ostderbys genau das, was er einfach am besten kann: Den Ball behaupten, das Eins-gegen-Eins suchen und mit Ablauf der Shotclock rotzfrech aus acht Metern einen Dreier durch die Reuse jagen. Frei nach dem Motto: “Mein Spitzname ist doch nicht umsonst Mister Buzzerbeater!” Von diesem Paukenschlag ließen sich auch die anderen BV-Hünen sofort anstecken. Ishizaki per wunderschönem Fade-Away, Joleik Schaffrath mit And-One und Ty Shaw eiskalt von der Freiwurflinie – schon war der 14:2-Traumstart perfekt. Selbst eine Auszeit von Gästetrainer Georg Eichler konnte die entfesselt aufspielenden NINERS nicht aus dem Rhythmus bringen. Zwar durfte Jena anschließend mit ein paar Notdreiern und Freiwürfen dann auch mal zu Punkten kommen, doch zur ersten Viertelpause lag Chemnitz mit 23:13 weiterhin deutlich vorn.

In der Startphase des zweiten Abschnittes hatten die NINERS dann zunächst etwas Wurfpech, verteidigten aber nach wie vor auf allerhöchstem Niveau und nach zweieinhalb punktlosen Minuten eröffnete schließlich Jorge Schmidt per blitzsauberem Dreier die nächste Runde. Kurz darauf verwandelte der Flügelspieler einen weiteren Distanzwurf und Schaffrath, Shaw, Ishizaki sowie Johnson vollendeten den Zwischenspurt zum 40:22. Das BV-Team spielte einfach wie aus einem Guss, unabhängig davon, wer gerade auf dem Parkett stand, und so durften sich wenig später auch Donald Lawson sowie Alex Rosenthal in die Scorerliste eintragen. Von den hoch geschätzten Gästen, welche in der Vorwoche noch die beiden Topteams Düsseldorf und Paderborn deutlich geschlagen hatten, war dagegen überhaupt nichts zu sehen. Einzig ihre rund 150 mitgereisten Anhänger versuchten zu einer spannenden Derbyatmosphäre beizutragen, doch angesichts der Chemnitzer 45:26-Halbzeitführung glaubten nur noch die wenigsten Jenaer an einen Auswärtssieg.

Bei 19 Zählern Vorsprung deutete zu Beginn des dritten Viertels bereits vieles auf einen Sieg der NINERS hin. Aber das Schreier-Team wollte noch mehr, nämlich den direkten Vergleich und dafür war ein Triumph mit mindestens zehn Punkten Differenz nötig. So ließ das BV-Team auch nach dem Seitenwechsel kein bisschen nach, verteidigte weiter mit aller Konsequenz und vorn brannte jetzt Takumi Ishizaki ein wahres Feuerwerk ab. Ob in Korbnähe, aus der Mitteldistanz oder auch von weit hinter der Dreierlinie – nahezu jeder Wurfversuch des Pointguards fand den vorbestimmten Weg durch die Reuse. “Wenn ‘Ishi’ einmal in seinem Rhythmus ist, dann haut er fast alles rein”, beschrieb Teamkollege Rosenthal die Fähigkeit des Japaners, von Zeit zu Zeit einfach richtig heiß zu laufen. Am Ende der “Ishizaki-Show”, die mit einigen Schaffrath-Punkten und einer bärenstarken Defensivleistung des gesamten Teams garniert wurde, leuchteten 62 Chemnitzer Punkte auf der Anzeigetafel. Bei Jena waren es zu diesem Zeitpunkt aber nach wie vor die gleichen 26 Zähler wie zur Halbzeitpause und das Spiel somit längst entschieden. Letztlich lagen die NINERS am Ende des dritten Viertels immer noch mit 31 Punkten vorn (67:36), wodurch nun auch der angestrebte direkte Vergleich zugunsten der BV-Cracks in Sack und Tüten war.

So konnte Headcoach Felix Schreier im Schlussabschnitt allen Bankspielern reichlich Einsatzzeit schenken und die Jenaer Ergebniskosmetik völlig gelassen hinnehmen. Beinahe wäre Donald Lawson noch der “Korb des Abends”gelungen, als er auf Pass von Philipp Stachula zu einem spektakulären “Alley-Oop” einschwebte. Doch der Ball erlaubte sich die Frechheit, von der Ringkante Richtung Hallendecke abzuprallen. Für diese Ungezogenheit bestrafte Ishizaki kurz darauf das orange Leder, in dem er es humorlos aus acht Metern auf den Hallenboden jagte – natürlich mit der Zwischenstation Basketballkorb. Die letzten Punkte des Abends erzielte schließlich Stachula mit einem sehenswerten Halbdistanzwurf zum 79:58-Endstand. Einige Highlights sollten aber noch nach Spielende folgen. So wünschte Captain Gary Johnson im Namen des gesamten Teams sämtlichen Fans auf deutsch ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Als kurz darauf “Edelfan” Tomy Schüßler ein nagelneues NINERS-Trikot überreicht wurde, erhoben sich alle 2.237 Zuschauer zu “Standing-Ovations” und schließlich machte die “lauteste Stimme des deutschen Basketballs”, Anheizer Jens Kreißl, die gesamte Halle per “UFFTA” noch einmal zur ultimativen “Hartmann-Hölle”.

Dank des Derbyerfolges beenden die NINERS ein sensationelles Basketballjahr 2011 auf dem hervorragenden vierten Tabellenplatz. Doch schon am 8. Januar wird es wieder ernst, wenn das BV-Team in Heidelberg zu einem weiteren wichtigen Match im Kampf um die Playoffplätze antritt. Das nächste Heimspiel-Highlight wartet dann am 14. Januar mit dem Duell gegen den aktuellen Tabellenführer Weißenfels. Der Vorverkauf für diese Partie beginnt nächsten Dienstag, den 27. Dezember, um 14 Uhr im CVAG-Mobilitätszentrum an der Zentralhaltestelle. Bevor es allerdings zum nächsten Derbykracher kommt, wünscht Ihnen die gesamte BV Chemnitz 99 vorab ein wunderschönes Weihnachtsfest und natürlich einen guten Rutsch ins neue Jahr! (Quelle: chemnitz99.de)

Schlagwörter

Richard-Hartmann-Halle Chemnitz